Ü40: FC Aesch – VFRK

Es ist 19.45h. Wir befinden uns auf dem Campus des FC Aesch. Die uns zugeteilte Umkleidekabine Nummer 8 wird in üblicher VFRK-Manier von Minute zu Minute lauter und lustiger. Je weniger Kleidungsstücke von den Insassen getragen werden, je intensiver durchdringen die auf der Haut tagsüber gesammelten Schweissmoleküle den Raum, uuuffff.

15 Minuten später gewinnen muskelwärmende Cremes zum Glück wieder die Lufthoheit. Der Seitenblick zum behaarten Nachbarn entlockt endlich wieder ein scheues Lächeln hervor. Alles ist gut. Es ist 20.10h. Trainer Spörrdiola übernimmt, wie so oft vor dem Spiel mit Spickzettel gewappnet, das Wort. Die heute in blau-schwarz spielende VFRK-Mannschaftsaufstellung wird bekannt gegeben. 5 Spieler fehlen. Das restliche zur Verfügung stehende Personal wird im 4-4-2-System wie folgt aufgestellt.

In der hinteren Vierer-Kette sind von rechts nach links 3 altbekannte Namen gesetzt: Martin, Philipp, Shakir. In der Verteidigung fehlen heute sowohl der im letzten Training im „Do-it-yourself-Verfahren“ verletzte Pätte als auch unser Kruzifix-Flo, welcher einmalig den Freitagabend mit seinem Mini-Flo und seiner Frau-Flo, vom Trainerstab entschuldigt, verbringen durfte. Aussen links steht heute Max, welcher seine Praktikumstelle im Ü40-Mannschafts-Projekt „Wohin-mit-dem-Gastarbeiter“ weiterführt und noch auf eine Festanstellung hofft.

Im Mittelfeld werden aussen, die von berufswegen bewährten Beamten, Massimo und Laurent, positioniert. Im zentralen Innendienst hingegen soll das Credit-Suisse-Roche-Duo, mit Capitan Gregi und Scaletta Paolo, die Kreativabteilung führen. Die 2-köpfige Star-Wars-Sturmtruppe wird heute vom O-beinigen Mauro und dem Höhenflug-starken Stefan bemannt. Auch in dieser Gegend fehlen heute die 2 Martin-Sturm-Attentäter und der verletzte und untrainierte Moustache-Ati. Ganz hinten, wie die ABB Aktie, unsere Nummer 1, Goalie Haas … Stephan Haas.

Das Spiel beginnt. Es läuft die 6. Minute: „Maaaax“ … die 12. Minute: „Maaaaax“ … die 24. Minute: „Maaaaax“ … ertönt es in maximaler Lautstärke in nahezu regelmässigen Abständen aus dem linken Quadrant unserer Platzhälfte … Nein, falsch gedacht … Dieses Mal sind es keine nervenzerrende Fehlpässe, welche vom Praktikant Max absolviert werden. Diese querfeldein Hilferufe stammen abwechselnd von 2 Mitspieler, die wie aus einem sinkenden Gummiboot vor der Insel Lampedusa, ihre eigenen Schwachstellen, „Rennen“ und „Decken“, zu kompensieren versuchen.

Die Zeit vergeht und das trotz von den Baselland-Medien unbeachtete Fussballspiel wird von den anwesenden „Nischen-Fussball-Kennern“ an der Seitenlinie, während der Halbzeit, positiv kommentiert. Der Ball blieb beim Spielaufbau oft und gerne in den eigenen VFRK-Reihen, so dass der Rekord von „3-Pässe-und-der-Ball-ist-weg“ endlich gebrochen werden konnte. Ballstafetten von links nach rechts und von hinten nach vorne waren heute keine Zufallsprodukte mehr. Trainer Spörrdiola legte in der Pause sogar noch eine Scheibe oben drauf, und meinte: „Hey Herre, o wenn no keni Goal si gschosse worde, es macht Spass öich hüt zue z’luege, witer so!“ Poaahhh, ein Orgasmus für die nicht vom Fussball-Segen verwöhnten Spieler unter uns.

Auch während der 2. Spielhälfte wurden wieder einige VFRK Chancen im „Champions-League-Style“ kreiert, die jedoch spätestens beim Abschluss-Versuch, auf der Höhe vom gegnerischen 16-er Raum, kräftemässig wieder einem Geriatrie-Treffen in kurzen Hosen glich. Die flott besetzte aescher Mannschaft konnte, trotz Klassendifferenz auf Papier, nicht punkten. Einige Versuche unserem Goalie „Oster-Haas“ die Handschuhe heiss zu schiessen, erstickten im Keim des Geschehens.

Das Highlight des Abends wurde von „Dottor Elmex“ alias Andi vollbracht. Zahlentechnisch passend zu seinem Alter wurde er in der 60-igsten Minute eingewechselt. Der Anblick vom gelb-schwarz-Trikot-tragenden-Zahnarzt, entsprach für uns VFRK-Spieler einer Wurzelbehandlung ohne Lokalanästhesie. Er spielte die letzten 15 Minuten tatsächlich für die gegnerische Mannschaft. Niemand hatte bis heute mit einem solchen KGB-ähnlichen Verstoss gerechnet. Viele Fragen kamen auf: Wer wusste davon? Wo war der Maulwurf? Steckte WikiLeaks dahinter?

Antworten, die in der 3. Halbzeit, am grossen Tisch bei Pommes-Frites und griechischem Salat, heiss diskutiert wurden. Zum Glück konnten die heissen Gespräche, mit einer von „Harassen-Pätte“ offerierten Kiste, wieder gekühlt werden.

Resultat 0:0

Fazit: Technisch und konditionell nähern wir uns von Training zu Training, von Spiel zu Spiel, der nötigen Bestform zu. Der Weg ist das Ziel. Bleiben wir am Ball und „denn chunnt’s guet!“

Text: Praktikant Mäxle 🙂

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