Ü40: VFRK – FC Telegraph

2 Wochen sind seit dem „dynamischen“ VFRK-Derby vorbei. „Same same but different“ besammeln sich heute die Ü40-Spieler wieder. Die Telekom-affinen Gegner vom FC Telegraph sitzen trotz Zweit-letztem-Tabellenplatz gut gelaunt vor dem VFR-Clubhaus und schlürfen gemeinsam den letzten Espresso bevor es los geht.

Matchbericht Meisterschaft Ü40: VFRK – FC Telegraph
„Same same but different“ sagt der stets gastfreundliche Thai auf dem Markt in Bangkok wenn er dir 3 genau gleiche T-Shirts jedoch zu 3 unterschiedlichen Preise verkaufen will. Und so fühlte sich der Tag heute auch an: „Same same but irgendwie different“.

Es ist 12.10h. Präsent, aber nicht dynamisch wie sonst, laufen die 40+Blue-Jeans-Träger vom VFRK in die schlauchförmige Kabine links ein. Beim Nachzählen des zur Verfügung stehenden Kick-Personals bemerkt man, dass der Trainerstab heute kaum Spielraum für grosse taktische Ansagen haben wird. Eine Vielzahl von verletzten oder vom Urlaub aufgehaltenen „Biermalz-Arterien-Träger“ fehlt. Den Umständen entsprechend wirkt heute die Kabine, die sich sonst in „quillender-Hormondrüsen-Atmosphäre“ präsentiert, eher einem „Homöopathisch-korrekt-eingeteiltes-Lehrerzimmer“ der Rudolf-Steiner-Schule in Arlesheim. Eben: „Same same but different“.

12.35h. Die Mannschafts-Aufstellung wird von Trainer Spörrdiola bekannt gegeben: wie gewohnt, spielen wir im 4-4-2-System. Wie ungewohnt, spielen wir mit Schinder-Päuli hinten und Max und Ati vorne. Eine Entscheidung, die von der anwesenden Spielersubstanz her, logisch ist. Doch betrachtet man die fussballerischen Stärken der einzelnen Spieler, dann wird schnell klar, dass nicht jeder sich in der zugeteilten Position entfalten wird.

1. Halbzeit: Die ausgerechnet heute zum ersten Mal seit Saisonbeginn komplette FC Telegraph Mannschaft beginnt das Spiel selbstsicher und siegesgewillt zu gestalten, während die ausgerechnet heute zum ersten Mal seit Saisonbeginn nicht-komplette VFRK Mannschaft sich eher re-aktiv an das Spielgeschehen heran tastet.

„So geht’s nicht“ denkt sich der erfahrene Capitan Gregi nach 10 Minuten und versucht lautstark die verstopften Zylinder in den Beinen seiner Mitspieler mit gezielten Hau-Ruck-Slogans wie „Los-Herre“, „Tempo-Herre“, Ran-Herre“ zu animieren. Alles wird probiert. Doch irgendwie gleicht heute die VFR-Spielgestaltung einer vom Burnout bedrohten Swisscom-Abteilung, die sich auf der Suche nach einer „mobilen-App“, als Waffe gegen die „Morser“, plötzlich an einem esoterischen „Gspürmi-Fühlmi-Turnier“ verirrt hat. Eben: „Same same but different“.

Und dann passiert dem sonst so routinierten Spieler-Trainer Spörrdiola die so oft im Training selbst gepredigte „Soll-ich-den-Ball-direkt-abnehmen-oder-doch-lieber-einmal-vorher-auf-den-Boden-prallen-lassen-Fehlentscheidung“, die prompt telegraphisch zum 1:0 für die „Bip-Bipper“ führte. „Same same but different“.

„Boooom“ ertönte es wenig später aus dem 16-er Raum. Nein, es war keine IS-ähnliche Bombendetonation sondern Schinder-Päuli, der nach einem Kopfball-Duell unsanft auf die rechte Seite seines „Weggli-förmigen-Füdli“ landete. Langsam wie ne Schnecke aber gewillt wie ne Raubkatze erhob er sich wieder zum 2-beinigen Homo Sapiens empor. Doch das Duell mit den Schmerzen verlor er wenige Minuten später ganzheitlich, so dass er in der 25. Minute das Spielfeld humpelnd, vor den tröstenden Augen seiner Ehefrau „Daniela-mit-Hund“, verlassen musste. Bitter bitter. Die Verteidigung war nun „Same same but different“.

Doch keine Bange. Einer der „11-VFR-Spätzünder“ kriegte seine Kolben noch vor der Pause in Gang. Papa-Flo „morste“ sich im Dribbling am linken Flügel vorbei und schob gekonnt am „196-cm-hohen-Schiefturm-kippenden-Goalie“ das Ding rein. Ein kollektives Aufschnaufen war zu hören, uuufffff.

Pausenstand 1:1

„And now it’s Tupperware-Time! Drink it baby!“ schrien, metaphorisch gesprochen, die altbekannten Plastikbecher mit Tee gefüllt vor sich hin. Und so war es auch. Bis zum letzten Tropfen wurde alles geschluckt. Gesprochen wurde nicht viel. Nur so viel wie nötig damit die verbleibende Energie nicht unnötig den Beinen entzogen wurde.

2. Halbzeit: Wie von der Zapfsäule einer „Tesla-Station-geladene-Batterie-im-Grün-Status“ begann die VFRK-Mannschaft wieder optimistischer das Spiel zu führen. Nur wenige Chancen wurden dem Gegner erlaubt. Das Spielfeld wurde mehr oder minder nur einseitig be-kickt. „Same same but different“.

Seit dem 4. Oktober 2014 wurde kein Heimspiel mehr von der Ü40-Mannschaft auf der Schorenmatte verloren. Heute wollte das Orakel diesen Rekord unterbrechen. Ein kräftemässig zu fein geladenes „100-Gramm-Rückpass-Schüsschen“ von Philipp in Richtung Goalie-Haas erlaubte einem „Bip-Bip-Überläufer“ ein Tor zu gebären. Ein kleiner Schupps und der Ball war drin.

„WTF?“ telegraphierten synchron die restlichen „20-VFRK-Augen“ den „10-VFRK-Hirnis“ hoch. „OK, jetzt erst recht!“ war dann klar von der Körpersprache her zu verstehen. Diverse „Möchte-Gern-Chancen“ entpuppten sich. Wie jungfräuliche-Männer durfte jeder einmal ran … Ja, ans Tor: Mauro, 8-er-Bahn bis zum 5-er-Raum. Max, Schuss in die menschliche Fleisch-Mauer. Schreiner, Kopfball an das Lattenkreuz. Philipp, Stop-and-Go bis No-Tor. Ati, Dribbling bis zum Liebling. Laurent, Flügellauf mit Flügelbruch. Doch aus der Raupe wollte heute einfach kein Schmetterling werden.

Endstand 1:2 für die anderen

Die leichte Traurigkeit der „Schorenmatte-Gangster“ war vor und nach dem Duschen förmlich zu spüren. Die 3. Halbzeit wurde kurz und bündig mit Bratwurst gestartet und 15 Minuten später schon wieder mit Espresso beendet. Von „Bierfluss-en-masse“ war heute nix zu sehen. Die Sehnsucht nach den fehlenden „6 Dickerchen & Dünnerchen“ der Ü40-Mannschaft ist gross. Die zynischen Gelächter, die unpassenden Kommentare, die sich wiederholenden „Kalter-Kaffee-Gespräche“ und ein stabiler Bierumsatz in der 3. Halbzeit gehören einfach dazu. Ob auf dem Platz oder um den Platz, der „Mannschaftsgeist“ macht es aus. Wenn der fehlt, dann ist es eben „Same same but different“.

Men of the match:
Papa Flo und Dottor Elmex alias Andi.
Beide Herren haben 70 Minuten vorbildlich gekämpft
und haben auch die meisten VFRK-Torchancen eingeleitet.

Text: Mäxle

Ein Gedanke zu „Ü40: VFRK – FC Telegraph

  • April 27, 2017 um 5:42 pm
    Permalink

    Jungs, auch wenn es nicht erfolgreich war, es war dennoch ein Genuss, das aus der Ferne mitzubegleiten, als wäre ich dabei gewesen.
    Eure alte deutsche Kampfsau, Erin

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Subscribe to our mailing list

* indicates required
/ / ( dd / mm / yyyy )