Ü40 FC Arlesheim : VFRK

Kalter Schweiss tropft … die Glieder zittern … verengter Tunnelblick … verspannter Nacken …. Herzrasen. Dies beschreibt mitnichten die Verfassung des Veteranen im Abstiegskampf, sondern den inneren Kampf eines Schreiberlings …

… nachdem man ihm mitgeteilt hat, dass noch etwa drei Leute ausserhalb des Teams die Spielberichte lesen. Das bringt die Anzahl der Leser schon in die Richtung von 10, da wir ja dank Muri wissen, dass die Hälfte einer Fussballmannschaft aus Analphabeten besteht.

Rückrundenstart in Arlesheim gegen einen der wenigen Gegner, den wir in der Hinrunde geschlagen haben. Nachdem in der Vorrunde das Aufstiegsgespenst erfolgreich verscheucht wurde, ging es jetzt dran das doch ziemlich aufdringliche Abstiegsgespenst gegen einen direkten Widersacher ein wenig auf Distanz zu bringen.

Nach einem schönen Spaziergang durch Industriebrache (Danke Google!!!) traf ich pünktlich 15 Minuten zu spät ein. Zu meiner Überraschung waren wir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht im Rückstand. Zwar hatte Arlesheim früh das 1:0 erzielt, aber der wackere VfR hatte schon ausgeglichen. Mir geschildert wurde, dass Leiterli-Paul den Ball im gegnerischen Strafraum mit ca 10 kmh Richtung Goal gekullert hatte und dabei glücklich einen Arlesheimer zum Eigengoal brachte.

Ansonsten war eigentlich alles wie sonst: Gregi blieb beim traditionellen «Schieb» (statt irgendwelchen australischen Anweisungen), Andi Enderlin spulte beim Einlaufen schon mehr Kilometer zurück als ich im ganzen Match und beste Konterchancen wurden auf gewohnt fahrlässige Art und Weise vergeben. Angestachelt von Schinderpäulis Vorbild wurde der Ball aus Prinzip nur noch Richtung Goal gekullert, wo aber kein Arlesheimer mehr mitspielen wollte.

Schön auch, dass neben einer voll besetzten Ersatzbank auch alle Rekonvaleszenten vor Ort waren.

Nach einem Pausentee (Pausenbier für die Nicht-Umgezogenen) ging es dann beim Stand von 1:1 in die zweite Halbzeit. Wie es im Sportjargon so schön hiess, wogte das Spiel hin und her, wobei unsere Flügelzange immer wieder mal funktionierte und wir weiterhin zu schnellen Kontern kamen (ausserhalb des Spielfelds wogte der Dialog hin und her).

Ein Befreiungsschlag von Sascha mit links (wir werden bis zu unserem baldigen Ableben von «Traumpass» hören) kam zu Flo, welcher in guter bayerischer Art die gegnerische Abwehr überlief, sich dann listig im Strafraum zum Ausruhen hinlegte, nur um den Ball dem Mitspieler zuzustochern, welcher souverän abschloss. Alle auf dem Feld und den Zuschauerrängen waren der Meinung, dass Martin Schreiner das Goal gemacht hätte, aber weit gefehlt. Laut football.ch war ein William Lawson der Goalschütze. Wir haben zwar nur einen Brad Lawson, aber egal, Brad schuldet uns damit 3 Harassen (@Brad: 3 cases): Geburtstag, Einstand und erstes Goal.

Den Rest des Spiels verbrachten wir vornehmlich mit Abwehrarbeiten und der Sieg wurde mehr oder weniger souverän nach Hause gestockert. Trainer Spördiola alterte dabei um drei Jahrzente, was danach mit einer Hopfenfrischzellenkur bekämpft wurde.

Auch in der dritten Halbzeit zahlte es sich aus, dass wir personell wieder aus dem vollen schöpfen konnten. Angeführt vom Harassenmeister wurden in Arlesheim ruck-zuck zwei Harassen vernichtet. Das bekannt schöne Singen des VfR-Veteranenchörli konnte dabei aber nicht alle Anwesenden restlos überzeugen («Rueh», «Saulärm»), was aber natürlich nur auf die Kulturabstinenz der Lanschäftler zurückzuführen ist.

Ein kleines Detachement begab sich darauf noch in die Stadt, bei welcher Gelegenheit Rookie Brad lernte, dass man nicht auf «just one beer» mitkommen kann und dass man in einer Beiz durchaus auch mal Eau de Cologne darf versprühen. Es wurde dann noch erfolglos versucht im zweiten Bildungsweg Rosenverkäufer zu werden.

Alles in allem ein gelungener Rückrundenstart.

Text: Rehlino alias Martin Liebrich

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